Der Cammino Materano

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Der Cammino Materano ist eine spirituelle Reise des Widerstands gegen die Hektik der Moderne: Langsamkeit ist das wahre Ziel, der Schlüssel zum Verständnis von sich selbst und der Welt. Denn nur zu Fuß können wir unser Inneres und Äußeres vollständig erfassen und verstehen, und nur zu Fuß können wir uns mit dem wahren Wesen des Landes verbinden – mit Natur und Geschichte, menschlichen Beziehungen, Essen und Wein sowie Gastfreundschaft. Das Projekt ist im Atlas der Wege des Ministeriums für Kultur und der Region Apulien verzeichnet und wurde vom internationalen Kooperationsprojekt „Grüne Pilgerreisen“ als europäisches Best-Practice-Beispiel ausgezeichnet. Der Cammino besteht aus sechs verschiedenen Routen, die nach den antiken Namen der durchquerten Gebiete benannt sind, mit Ausnahme der Via Sveva, die der außergewöhnlichen Persönlichkeit Friedrichs II. gewidmet ist. Diese Routen unterscheiden sich stark in Länge, Charakteristik und ihrem ökologischen und kulturellen Erbe, doch sie alle führen zu einem einzigen Ziel: Matera. Ausgehend von der Basilika San Nicola in Bari, der Säule an der Via Appia in Brindisi, der Kathedrale San Nicola Pellegrino in Trani, der Basilika Finibus Terrae in Leuca, der Kathedrale Santa Maria della Purificazione in Termoli und dem Hera-Tempel in Paestum erreicht man die Kathedrale der Madonna della Bruna in Matera (der Schwarzen Madonna) : eine Reise durch Apulien, Basilikata, Kampanien und Molise – Regionen, die seit jeher von Natur aus Transitländer sind und in ihrer jahrtausendealten Geschichte unzählige Reisende aus dem gesamten Mittelmeerraum begleitet haben. Der Jakobsweg folgt keiner streng „philologischen“ Route wie die Via Appia oder die Via Trajan, sondern integriert römische Nebenstraßen, mittelalterliche Gassen, Schafspfade und Pfade, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: die Durchquerung des unerforschten Landesinneren Süditaliens und das Erreichen des Herzens einer Region, die heute als Randgebiet gilt, aber seit Jahrtausenden ein zentraler Knotenpunkt für verschiedene Völker und Kulturen war. Derzeit sind drei Routen unabhängig voneinander begehbar: die Via Peuceta (von Bari nach Matera), die Via Ellenica (von Brindisi nach Matera) und die Via Lucana (von Tricarico nach Matera).